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Von der Konditorei zur Messtechnik: NS-Zwangsarbeit in Göttingen

Montag, 30. Januar 2012, 15:30 Uhr

Treffpunkt: Am Marktplatz (Gänseliesel), Göttingen

Veranstaltet von der Geschichtswerkstatt Göttingen und der Geschichtswerkstadt Duderstadt

Dauer: ca. 1,5 Stunden - Eintritt frei - Eine Anmeldung ist nicht erforderlich

Zwangsarbeitende waren in fast jedem denkbaren Wirtschaftsbereich tätig, von Gaststätten und Hotels über die Mühle bis hin zum Krankenhaus und zur Munitionsfabrik, beim Friseur und beim Bäcker, als Molkereiwagenfahrer und bei der Müllabfuhr, in kirchlichen Einrichtungen, Kommunen und Privathaushalten. Sie prägten das tägliche Bild in der Stadt Göttingen. Ohne sie wäre die deutsche Wirtschaft zusammengebrochen. Viele deutsche Betriebe haben von dem Einsatz ausländischer Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter wirtschaftlich profitiert.

Der Rundgang geht zu Fuß durch die Göttinger Innenstadt und endet am Bahnhof. Mitglieder der Geschichtswerkstätten Göttingen und Duderstadt stellen ausgewählte Stationen aus dem ersten Teil des neu erschienenen Buches Von der Konditorei zur Messtechnik. NS-Zwangsarbeit in Göttingen. Ein Stadtrundgang zu Fuß und mit dem Fahrrad vor. Über die folgenden Bereiche wird es Informationen geben: Zwangsarbeiter und Zwangsarbeiterinnen im Göttinger Alltag, Göttinger Kleinbetriebe, Schulen und Privathaushalte, Unterkünfte und Lager für Zwangsarbeitende; Eisenbahnbetriebe und Messtechnik.

Der Stadtrundgang findet im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus“ statt.

Neues Buch zur Zwangsarbeit in Göttingen erschienen:

Von der Konditorei zur Messtechnik. NS-Zwangsarbeit in Göttingen. Ein Stadtrundgang zu Fuß und mit dem Fahrrad

Zwangsarbeit im Nationalsozialismus ist ein Thema von großer Vielschichtigkeit und voller überraschender Facetten. Das vorliegende Buch soll dazu dienen, NS-Zwangsarbeit in der Stadt Göttingen auf anschauliche Art näher zu erkunden. Anhand ausgewählter Stationen wird verdeutlicht, wie präsent Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter im Göttinger Alltag waren. Die aus den besetzten Gebieten deportierten Frauen und Männer, die in privaten Haushalten, öffentlichen Einrichtungen und Firmen in Göttingen Zwangsarbeit verrichten mussten, waren ein Teil der Gesellschaft und konnten nicht übersehen werden.

In dieser Publikation ergänzen einige thematische Schwerpunkte und biographische Portraits die Auswahl der Stationen. Sie kann daher sowohl als Hintergrundlektüre nach einem geführten Rundgang dienen als auch ein „Wegweiser“ für alle sein, die die Stationen auf eigene Faust aufspüren möchten. Neue, bisher unveröffentlichte Berichte von Betroffenen zeigen, wie das nationalsozialistische Göttingen aus der Sicht ausländischer Zwangsarbeitender aussah.

Dieser Stadtrundgang ist in zwei Teile aufgeteilt. Er beginnt mit einer Collage kurzer Informationen an verschiedenen Orten der unmittelbaren Innenstadt, um einen Eindruck von der Vielfältigkeit der von Zwangsarbeit Betroffenen, ihrer Dienstherren und -herrinnen sowie der gesetzlichen Regelungen zu vermitteln. Der erste Teil führt zu Fuß durch die Innenstadt und endet am Bahnhof. Der zweite Abschnitt beginnt am Gedenkstein auf der Bahnhofsrückseite, schlängelt sich durch Teile der West- und der Südstadt und endet auf dem Stadtfriedhof. Diese Strecke lässt sich am leichtesten mit dem Fahrrad bewältigen. Vor jedem Teil des Rundgangs bietet jeweils eine Karte mit den eingezeichneten Stationen Orientierungshilfe. Fotos und andere Illustrationen helfen an jeder Station, den heute manchmal aus dem Stadtbild verschwundenen historischen Ort zu identifizieren.

Bibliographische Angaben: Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. (Hg.): Von der Konditorei zur Messtechnik. NS-Zwangsarbeit in Göttingen. Ein Stadtrundgang zu Fuß und mit dem Fahrrad, AktivDruck Verlag, Göttingen 2011, 140 Seiten, ISBN 978-3-932 210-10-5, Verkaufspreis im Buchhandel: 8,50 Euro.