Veröffentlichungen der Geschichtswerkstatt

Broschüre „Medizin im Nationalsozialismus am Beispiel Göttingen“
Texte zum Stadtrundgang der Geschichtswerkstatt Göttingen e. V.

24.1.07 / Eine 64-seitige Broschüre mit dem Titel „Medizin im Nationalsozialismus in Göttingen“ ist jetzt erschienen. Sie basiert auf einem von der Göttinger Geschichtswerkstatt erarbeiteten Stadtrundgang. Der Rundgang, der für interessierte Gruppen weiterhin bei der Geschichtswerkstatt gebucht werden kann, führt vornehmlich auf das Gelände des alten Universitätsklinikums zwischen Goßlerstraße und Humboldtallee. Die Broschüre informiert über die Entwicklung der Göttinger Universitätsmedizin in der NS-Zeit unter dem Einfluss von Eugenik- und Euthanasieideen.
Themen sind u .a. Zwangsterilisierungen und ZwangsarbeiterInnen am Universitätsklinikum, die Entwicklung der psychiatrischen Kliniken in Göttingen sowie die Rolle von Göttinger Medizinern wie Gottfried Ewald, Erich Blechschmidt, Hermann Rein und Fritz Lenz in der NS-Zeit und danach.
Die Broschüre ist im Roten Buchladen, Nikolaikirchhof 7, 37073 Göttingen, zum Preis von vier Euro erhältlich.

 

Buch: Facetten des Alters. Gestern - Heute - Morgen.
Ein Göttinger Stadtlesebuch
Herausgegeben von Martin Heinzelmann - Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. -

"Facetten des Alters" - Unter diesem Titel nehmen wir uns eines bisher vernachlässigten Aspektes der Göttinger Stadtgeschichte an. Gerade in den letzten Jahren war das Leben der älteren Mitbürger vielfältigen Wandlungen unterworfen. Stichworte dafür sind beispielsweise "Pflegeversicherung", "Rentendiskussion" oder die "jungen Alten". Zudem werden die Älteren zunehmend von der Wirtschaft als die noch zu erschließende Konsumentengruppe entdeckt. Bundesweite Trends, die ihren Niederschlag auch im regionalen Alltag haben.
Gemäß dem Motto "grabe wo du stehst" will sich die Geschichtswerkstatt den konkreten Auswirkungen vor Ort näher widmen. Denn den zahlreichen Arbeiten zu diesen Themengebieten auf Bundesebene steht ein erstaunliches Vakuum auf regionaler Ebene - nicht nur in Göttingen - gegenüber.
Das Buch widmet sich unterschiedlichen Aspekten des Alters in der Region Göttingen. Die Palette der Themen reicht von Bildungseinrichtungen über Initiativen bis hin zu Wohnformen. Dabei sollen die einzelnen Einrichtungen / Initiativen auch in ihrer historischen Entwicklung dargestellt werden, schließlich besitzen selbst relativ neue Einrichtungen oder Initiativen auch eine eigene Geschichte. Durch Aufsätze über das Alter in vergangenen Epochen zeigen wir die Wandelbarkeit des gesellschaftlichen Umgangs mit dem Alter.
Das Buch ist im Verlag Die Werkstatt, Göttingen erschienen. Es hat einen Umfang von 220 Seiten und kostet 14,90 Euro.

Inhaltsverzeichnis:

I. Historischer Teil
1. Die gute alte Zeit oder Die Hospitäler in Göttingen
(Britta Quebbemann)
2. Leben im Alter: Alten- und Rentenpolitik in der Weimarer Republik und im „Dritten Reich“
(Sabine Schlachter)
II. Zwischen Gestern und Heute
1. Das Feierabendhaus – vom Altersruhesitz für Lehrerinnen bis zum stadtteilbezogenen Service-Wohnen
(Martin Heinzelmann)
2. Gerontopsychiatrische Versorgung alter Menschen in Göttingen: Regionalgeschichtliche und aktuelle Aspekte
(Marlies Onken und Ulrike Mälzig)
III. Neuere Einrichtungen und Initiativen
1. Das Göttinger Erzählcafé – eine Möglichkeit des öffentlichen Erinnerns
(Regina Meyer und Susanne Bosse)
2. „Ich hätte ja nie gedacht, wie gut mir das tut.“ Ein-Blicke in die erste Göttinger Alten-Wohngemeinschaft
(Dr. Astrid Osterland)
3. Das Hospiz an der Lutter – Göttinger Initiative für die Begleitung Schwerkranker, Sterbender und ihrer Angehörigen
(Maria Ankermann)
4. Die „Gastarbeiter“ werden alt
(Philipp Mickat)
5. „Bunte Blätter“ – Seniorenfunk im StadtRadio Göttingen
(Helga Pfeiffer)
6. Bildung für Ältere: Die Universität des Dritten Lebensalters
(Martin Heinzelmann)
IV. Anhang
Verzeichnis der AutorInnen

 

"Angeworben - eingewandert - abgeschoben"
Ein anderer Blick auf die Einwanderungsgesellschaft Bundesrepublik Deutschland.

Herausgegeben im Auftrag der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V.
von Katja Dominik, Marc Jünemann, Jan Motte und Astrid Reinecke
Verlag Westfälisches Dampfboot
Münster 1999
377 Seiten, 48,- DM
Angeworben - Eingewandert - Abgeschoben. Ein anderer Blick auf die Einwanderungsgesellschaft Bundesrepublik Deutschland hieß die Reihe, die die Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. mit der Unterstützung zahlreicher anderer Gruppen und Institutionen zwischen Oktober 1996 und März 1997 veranstaltete. Aufbauend auf den dort gehaltenen Vorträgen ist gerade ein gleichnamiger Sammelband erschienen.

 

Lohnende Geschäfte.
Die "Entjudung" der Wirtschaft am Beispiel Göttingens

1997 erschien zu diesem Thema das Buch Lohnende Geschäfte - die Entjudung der Wirtschaft am Beispiel Göttingens. Es liefert eine umfassende allgemeinhistorische Darstellung der Hintergründe, Zielsetzung und Methodik nationalsozialistischer "Arisierungspolitik" und rekonstruiert auf mikrohistirischer Ebene deren Auswirkungen auf Göttingen.
"Lohnende Geschäfte" von Alex Bruns-Wüstefeld,
herausgegeben von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. ist im Fackelträger Verlag (Hannover) erschienen und in jeder Buchhandlung für 39.80 DM zu erhalten.
Die Verdrängung der jüdischen Gewerbetreibenden in den 30er Jahren ist ein bislang kaum erforschtes Feld nationalsozialistischer "Judenpolitik". Dabei stellte der Entzug der ökonomischen Grundlagen einen wichtigen Schritt in dem differenzierten antijüdischen Verfolgungsprozeß dar. An dem Prozeß der "Arisierung" beteiligten sich viele nichtjüdische Deutsche. Hier wird deutlich, wie breit die Bevölkerung nicht nur passiv in die verbrecherischen Ziele einer Diktatur "miteinbezogen wurde", sondern, wie sie aktiv an dieser Politik mitmachte.
Übrigens:
Manchmal freut mensch sich ja auch, wenn die bürgerliche Presse auf der Höhe der Zeit ist. Am Ende ihrer ausführlichen Rezension "Es begann mit dem Boykott" kommt die ZEIT (Nr. 30 vom 18. Juli 97, S. 13) zu dem Schluss "Dieses ungewöhnliche, in vielem vorbildliche Buch geht über vergleichbare Studien weit hinaus. Es wäre zu begrüßen, wenn es dazu anregte, daß sich endlich mehr deutsche Städte mit diesem wesentlichen Teil ihrer NS-Vergangenheit auseinandersetzen."
Kommentare zu diesem Buch an motte@lzz-nrw.de