Weiterführende Literatur

Von der Geschichtswerkstatt Göttingen e.V. herausgegebene Bücher:

(Sofern nicht anders angegeben sind die Bücher im Handel oder direkt bei der Geschichtswerkstatt erhältlich)


Maren Büttner / Magnus Koch (Hrsg.): Zwischen Gehorsam und Desertion. Handeln, Erinnern, Deuten im Kontext des Zweiten Weltkrieges
Köln 2003, ISBN 3-89438-265-1
213 Seiten, € 18,80

Im vorliegenden Band geht es um vielfältige Formen militärischen und zivilen Ungehorsams im Zweiten Weltkrieg sowie deren retrospektive Deutung: Um Deserteure und so genannte WehrkraftzersetzerInnen, um unterschiedliche Ausprägungen von innerer und äußerer Distanz und daraus folgender verweigernder Praxis. Grundlage sind lebensgeschichtliche Interviews mit Opfern der Militärjustiz und andere Egodokumente sowie Akten der Wehrmachtsbürokratie. Damit werden Menschen in den Blick genommen, die sowohl in der öffentlichen als auch in der wissenschaftlichen Wahrnehmung bisher kaum beachtet wurden und deren Geschichte(n) weitgehend in Vergessenheit geraten sind.

 

Martin Heinzelmann (Hrsg.): Facetten des Alters. Gestern – Heute – Morgen. Ein Göttinger Stadt-Lesebuch
Göttingen 2002, ISBN 3-89533-381-6
223 Seiten, €  14,90

Alt werden in Göttingen – viele Facetten dieses Themas werden von der Öffentlichkeit bislang kaum wahrgenommen. Das vorliegende Buch berichtet in zehn Beiträgen über historische und aktuelle Entwicklungen.
Die alten Göttinger Hospitäler werden ebenso angesprochen wie neuere Einrichtungen: das Erzählcafé, die ersten Alten-Wohngemeinschaften, das Hospiz an der Lutter oder die Universität des Dritten Lebensalters.
Somit zeigt das Buch, wie sich im lokalen Raum über die Jahrzehnte die soziale Lage der älteren Menschen verändert hat und weiter verändert. Besonders diese aktuellen Entwicklungen zeigen, wie „die Alten“ durch eigene Aktivitäten ihre Lebenssituation selbst beeinflussen können.

 

Martin Heinzelmann (Hrsg.): Umweltgeschichtliche Erkundungen in Göttingen. Ein Stadt-Lesebuch rund um den Müll
Göttingen 1999, ISBN 3-89533-253-4
240 Seiten, € 15,20

Das vorliegende Buch widmet sich der lokalen Geschichte des Umgangs mit dem Müll. Während sich die Menschen über die globalen Zusammenhänge von Müllentstehung und -vermeidung gut informiert zeigen, sind Kenntnisse über die Zustände in der Region oft dünn gesät. Mit den „Umweltgeschichtlichen Erkundungen“ will die Geschichtswerkstatt Göttingen diese Lücke etwas auffüllen.
In insgesamt zehn Beiträgen werden einzelne Aspekte in ihrem jeweils spezifischen sozialgeschichtlichen Kontext dargestellt: vom „Dreckgeld“ im 15. Jahrhundert über die Einführung der Fäkalientonne bis hin zur Abfallwirtschaft der Neuzeit. Es geht dabei sowohl um die Entstehung von Müllbergen wie auch deren Beseitigung, um die archäologischen Aspekte des Mülls, seine Gefahren für die Umwelt, beispielsweise durch Rüstungsaltlasten, um seine besondere Bedeutung als Rohstoffquelle zu Kriegszeiten, um eine „Straße des Mülls“ usw..
Ein Stadtlesebuch für alle, die mehr wissen möchten über die Hintergründe und die Geschichte des Umgangs mit Müll in der Region Göttingen.

 

Katja Dominik / Marc Jünemann / Jan Motte / Astrid Reinecke (Hrsg.):  Angeworben – eingewandert – abgeschoben. Ein anderer Blick auf die Einwanderungsgesellschaft Bundesrepublik Deutschland
Münster 1999, ISBN 3-89691-441-3
377 Seiten, vergriffen (noch bei der Geschichtswerkstatt erhältlich)

Entgegen dem immergleichen offiziellen Lied >Deutschland ist kein Einwanderungsland< ist zu betonen: Die Bundesrepublik ist ein Einwanderungsland. Und ungeachtet vieler Hindernisse hat sich eine breite und vielfältige Kultur einer Einwanderungsgesellschaft schon lange etabliert. Das Buch versucht zum einen genau diese sozialen Praktiken und die kulturelle Heterogenität der Einwanderungsgesellschaft zu dokumentieren, zum anderen werden aber auch die mit der Einwanderung beziehungsweise ihrer Verhinderung zusammenhängende konkrete Politik und die dahinter liegenden Diskurse analysiert.

 

Alex Bruns-Wüstefeld: Lohnende Geschäfte. Die „Entjudung“ der Wirtschaft am Beispiel Göttingens
Hannover 1997, ISBN 3-7716-1601-8
318 Seiten, vergriffen

Welche jüdischen Betriebe gab es Anfang 1933 in Göttingen? Was wurde aus ihnen in den folgenden Jahren? Wohin gelangten ihre Inhaber und deren Familien? Was geschah mit den „arisierten“ Geschäften nach 1945?
Diese Fragen werden anhand eines erstmalig ausgewerteten Quellenmaterials bearbeitet. Das Buch beschreibt, wie die jüdische Geschäftswelt im Nationalsozialismus reichsweit ausgelöscht wurde und dokumentiert diesen Vorgang speziell für Göttingen. Vorbedingungen und Nachwirkungen – Weimarer Zeit und Wiedergutmachung – sind weitere Themen dieser  wirtschaftshistorischen Studie. Ein Vergleich mit Marburg und Heidelberg zeigt Allgemeingültiges und Besonderheiten des Göttinger Geschehens auf.
Photos und Zeitungsausschnitte, Tabellen und Diagramme, Bibliographie und Register sowie eine beigelegte Karte vermitteln einen umfassenden Einblick in jüdische Wirtschaftstätigkeit und Verfolgung in Göttingen.

 

Carola Gottschalk (Hrsg.): Verewigt und Vergessen. Kriegerdenkmäler, Mahnmale und Gedenksteine in Göttingen
Göttingen 1992, ISBN 3-926920-08-4
157 Seiten, vergriffen

Heldenverehrung, Gefallenenkult, versäumtes Gedenken, vergessene Opfer, darüber will der vorliegende Band Auskunft geben, indem er die öffentlichen Zeichen der Erinnerung – Denkmäler und verwandte Objekte – einer kritischen Betrachtung unterzieht.
Die Geschichtswerkstatt Göttingen verfolgt mit dieser neuen Publikation weiterhin ihr Ziel, anhand konkreter Beispiele historische Entwicklungen und Ereignisse nachvollziehbar zu machen und die Augen zu öffnen besonders für die stummen Opfer und „Kosten“ von Geschichte. Vor allem sie verweisen auf die Täter und Mittäter, auf die Mitwisser und Dulder von Ungerechtigkeit, Ausbeutung und Herrschaft.
Die genaue Betrachtung der Gegebenheiten „vor Ort“, der Alltäglichkeiten erweist, daß Geschichte nicht gleichsam vom Himmel fällt. Jedes reignis hat seinen Ort und seine handelnden Personen: Geschichte „geschieht“ nicht bloß oder „einfach so“; sie wird gemacht.
Streit um Deutungen und Bezeichnungen, um Symbole und ihre Lesarten ist Teil des Machens von Geschichte, an dem wir alle immer schon beteiligt sind – an dem wir alle teilnehmen sollten.

 


Kornelia Duwe / Carola Gottschalk / Marianne Koerner (Hrsg.): Göttingen ohne Gänseliesel. Texte und Bilder zur Stadtgeschichte
Gudensberg-Gleichen 1988, ISBN 3-925277-26-9
267 Seiten, vergriffen

„So lebten sie alle Tage“­- die Arbeiter und Arbeiterinnen, die Marktfrauen, der Stiefelputzer oder die Professorentochter.
In diesem Buch stehen jene meistens unbekannten oder vergessenen Personen wie Gebäude im Mittelpunkt, auf die sich die „Großen“ stützten.
Die Sammlung der Aufsätze und Bilder vermittelt vielfältige, teils überraschende Einblicke in die Stadtgeschichte.